SPD-Landratskandidat Karsten Krug im Gespräch mit Markus Schneider – bereits die siebte Generation aktiv.

Silke und Markus Schneider sind unter denjenigen, die besonders unter den Corona-Verordnungen und Einschränkungen zu leiden haben. Sie führen in sechster Generation den Familien-Schaustellerbetrieb. Seit März geht aber gar nichts mehr. „Sämtliche Umsatzmöglichkeiten sind weggebrochen“, schildert der Seniorchef dem SPD-Landratskandidaten Karsten Krug die Misere. Er nahm zwar im Frühjahr staatliche Hilfe in Anspruch, „aber es reicht hinten und vorn nicht“. Denn die Fixkosten laufen weiter.

Mit seinem Sohn Markus Schneider Junior, dessen Frau sowie seiner Tochter Marissa Schneider und deren Lebensgefährte ist bereits die siebte Generation aktiv. Mit den zwei Kindern seines Sohnes ist auch die achte Generation bereits geboren. Die Schneiders waren schon immer mit ihren Fahrgeschäften auf den Festen der Region zu finden. Die Wurzeln des Betriebs gehen bis ins Jahr 1850 zurück. Früher bei Worms und dem Umland aktiv, heute findet man die Schneiders mit Stammsitz Riedrode im ganzen Kreis Bergstraße. Es gibt wohl kaum ein Kind, das noch nicht auf dem Familien-Fahrgeschäft oder dem Karussell der Schneiders gesessen ist.

Stolze neun Fahrgeschäfte und mehrere Verkaufsstände nennt die Familie ihr Eigen. Neben der Familie, die sich immer um die Kasse kümmert, ist noch ein fest angestellter Mitarbeiter zum Chips einsammeln mit an Bord. Über den Sommer, als nach dem ersten Lockdown Freizeitparks wieder öffnen durften, bauten die Schneiders im „Sommerland“ Bobstadt ein paar Fahrgeschäfte auf. Dazu kamen andere in Einhausen, der Crêpesstand in Heppenheim und ein Karussell in Bensheim. „Aktuell haben wir kaum Umsätze“, bedauert der Chef. „Es reicht gerade um den Kühlschrank zu füllen“, macht er klar, wie ernst die Lage ist. Die Familie Schneider lässt sich aber nicht entmutigen. Sie kämpft mit viel Herzblut weiter und will die Krise überstehen. Zusammenhalt ist in dieser schwierigen Zeit alles – und Sparsamkeit. Jede sinnvolle Möglichkeit, im Kreis Bergstraße ein Geschäft aufzustellen, ist willkommen. „Auch wenn es nur geringe Umsätze bringt“, verdeutlicht Markus Schneider.

Krug zeigte sich betroffen von den Schilderungen. Seinen Worten zufolge werfen diese ein Schlaglicht auf die Situation der Künstler-, Veranstalter- und Schaustellerbranche, die bisher mit ihren Sorgen und Nöten in der öffentlichen Wahrnehmung nicht besonders präsent ist. „Es hängen sehr viele Schicksale daran“, will sich der SPD-Landratskandidat weiterhin für die Belange dieser Menschen einsetzen.
Krug hofft, dass die jetzt zugesagten „November-Hilfen“ für den neuerlichen Lockdown schnell und unbürokratisch fließen. „Sonst wird es im kommenden Jahr viele alteingesessenen Firmen und Betriebe nicht mehr geben“, befürchtet er. Der SPD-Mann erinnert sich noch gern an seine Kindheit, als er mit Freunden und Familie die vielen Jahrmärkte der Region besuchte und dabei natürlich das eine oder andere Fahrgeschäft „testete“. Auch auf der Groß-Rohrheimer Kerwe waren damals schon Fahrgeschäfte der Familie Schneider darunter.

„Wir dürfen die besonders von Corona betroffenen Berufsgruppen nicht vergessen“, fordert der Landratskandidat. Denn die Schausteller leider in besonderem Maße unter der Pandemie und dem Wegfall der Veranstaltungen, weiß er. Krug regt an, dass die Schausteller auch von den Bürgern mit einfachen Mitteln unterstützt werden können. So gibt es die Möglichkeit, dass die Menschen zu Weihnachten ihren Kindern Gutscheine oder Fahrchips für künftige Veranstaltungen kaufen könnten. Außerdem gibt es, erläutert er, ja die Möglichkeit, aktuell geöffnete Stände wie den mit Crêpes in Heppenheim oder das Karussell in Bensheim, weiterhin zu besuchen und zu nutzen.