SPD-Landratskandidat Karsten Krug im Videolivestream mit Vertretern von Hilfsorganisationen.

Die Hilfsorganisationen, betonte SPD-Landratskandidat Karsten Krug, haben eine immense Bedeutung für die Sicherheit und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. „Dabei ruhen diese wichtigen Tätigkeiten auf den Schultern vieler engagierter und motivierter Bürgerinnen und Bürger“, sagte er zu Beginn seines aktuellen Livestreams. Er bekräftigte, als Landrat in Zukunft regelmäßige Sicherheitskonferenzen einberufen zu wollen – mit Vertretern der Hilfsorganisationen, der Polizei, der Kirchen sowie aktiven Vereinen und Verbänden in diesem Bereich.

Krug hatte digital einige Fachleute zu diesem Thema eingeladen. Volker Patzwaldt etwa ist Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbands Viernheim. Tobias Pfeifer ist als Zugführer und Stadtjugendwart bei der Feuerwehr Lindenfels aktiv. Ebenfalls dabei: Arno Gutsche, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Bergstraße, und die evangelische Pfarrerin Katrin Ritter, seit 2014 Leiterin der Notfallseelsorge im Kreis.

„Wir verlassen uns darauf, dass in Notfällen Hilfe geleistet wird, dass stets jemand da ist, der uns zur Seite steht, wenn es ein Problem gibt“, führte der Landratskandidat in die Thematik ein. „Wir nehmen diese Sicherheit in der Regel als gegeben hin, ohne weiter zu hinterfragen, was oder wer genau dahinter steckt.“ Doch selbstverständlich ist das nicht. Zahlreiche Menschen engagieren sich – meist ehrenamtlich – in den Hilfsorganisationen und investieren dabei viel Energie und Zeit für die Gesellschaft. Das verdient nicht nur Dank und Anerkennung, sondern auch Unterstützung im höchsten Maße, stellte Krug fest. Besonderes Augenmerk legte die Gesprächsrunde dabei auf die Auswirkungen der aktuellen Pandemie auf die Arbeit der Hilfsorganisationen. Hier stellte sich u. a. die Frage, wie die üblichen Sicherheitsstandards auch in der Corona-Situation gewährleistet werden können. In der ersten Welle vor einem Jahr waren es vor allem die Feuerwehren, die auf vieles verzichteten, damit die Einsatzbereitschaft vor Ort gewährleistet blieb, sagte er.

Welche Verzichte mussten noch erfolgen? Welche Einschränkungen haben stattgefunden und wie sieht es aktuell aus? Diese Themen erläuterte der SPD-Mann mit seinen Gesprächspartnern.

Für den DRK-Kreisverband führte Arno Gutsche aus, dass insbesondere die lebensrettenden Blutspendeaktionen von den einzelnen Ortsvereinen auch in der Pandemie durchgeführt werden. Mittlerweile habe sich das Prozedere gut eingespielt, sodass die Termine regelmäßig wahrgenommen werden könnten. Hierbei hob er auch die gute und pragmatische Zusammenarbeit mit dem Landratskandidaten hervor.

Tobias Pfeifer berichtete von seinen aktuellen Erfahrungen aus den Bereichen Ausbildung und Atemschutz der Freiwilligen Feuerwehr in Lindenfels. Hier habe die Corona-Pandemie erhebliche Einschränkungen hervorgebracht. Insgesamt sehe er dadurch große Herausforderungen bei der Freiwilligen Feuerwehr; angefangen bei den Kinderwehren bis zur Einsatzabteilung. Um dem angemessenen zu begegnen, sei dringend angeraten, bestehende Verfahren und Vorschriften, gerade im Bereich der Lehrgänge und Ausbildung, zu überdenken und soweit wie möglich zu vereinfachen. Im Vergleich zu benachbarten Landkreisen sei es in unserem Kreis zudem aktuell leider schwierig, notwendige Grundlehrgänge, aber auch Übungsmöglichkeiten, z. B. für Atemschutzgeräteträger, durchzuführen. Da die Pandemie uns mittlerweile schon über ein Jahr lang begleitet, müssten diese Punkte jetzt angemessen berücksichtigt werden.

Im Nachgang zu diesen Ausführungen bekräftigte der als Zuschauer zugeschalte Bürgermeister der Stadt Lindenfels, Michael Helbig, diese Ausführungen und wies darauf hin, dass auch der seit längerer Zeit auf Kreisebene fehlende Bedarfs- und Entwicklungsplan hier zu Problemen führen könnte. Da so die finanzielle Unterstützung des Landes für geplante Anschaffungen von Feuerwehren gefährdet sein könnte. Landratskandidat Karsten Krug nahm diese für ihn neuen Informationen gerne auf und sagte zu, sich hierfür stark zu machen.

Im weiteren Gesprächsverlauf stellte Volker Patzwaldt die Arbeit des THW vor. Der THW-Ortsverband Viernheim sei einer von vier im Kreis Bergstraße, erklärte er zunächst. Patzwaldt selbst durchlief die hierfür erforderliche Ausbildung von Grund auf, vom klassischen technischen Helfer-Ausbildungsgang bis zum Zugführer und ist seit nunmehr 40 Jahren beim THW tätig. Aktuell führe auch der THW weiterhin mit großem Engagement Einsätze mit entsprechenden Schutzmaßnahmen angemessen durch. Das funktioniere bisher sehr gut, zum Beispiel im Bereich der Rettungshundestaffel.

Katrin Ritter nahm im Anschluss die Möglichkeit wahr, die besondere Arbeit der Notfallseelsorge näher zu erläutern. Das Team der ehrenamtlichen Notfallseelsorger bestehe zurzeit aus 67 Personen, schilderte sie. Rund um die Uhr stünden zwei Teammitglieder bereit, um Menschen in akuten Krisen zu unterstützen. Im vergangenen Jahr sei man zu 105 Einsätzen im Kreisgebiet gerufen worden. Anlass seien dabei überwiegend häusliche Todesfälle, Suizide, Unfälle oder andere akute seelische Notfälle gewesen. Die Alarmierung erfolge durch den Rettungsdienst, Feuerwehren oder die Polizei, führte sie aus und betonte dabei, dass sie glücklicherweise in der aktuellen Phase auf ein sehr gut eingearbeitetes Team zurückgreifen könne. Das erleichtere die Arbeit ungemein.

Abschließend dankte Karsten Krug allen Beteiligten für die informativen und spannenden Einblicke in die wichtigen Tätigkeitsbereiche der Hilfsorganisationen. Dabei betonte er nochmals, dass er zum einen für eine stärkere Wertschätzung und Förderung des Ehrenamtes eintrete. Darüber hinaus sehe er zudem eine sinnvolle Symbiose zwischen Haupt- und Ehrenamt als Erfordernis für eine gute Aufgabenerfüllung in diesem Bereich an. So müsste den Ehrenamtlichen durch hauptamtlich tätige Personen zunächst eine ausreichende Unterstützung zu Teil kommen und gleichzeitig genügend Raum gelassen werden, damit das Ehrenamt sich mit seiner fachlichen und örtlichen Expertise auch angemessen bei grundsätzlichen Angelegenheiten beteiligen könne. Für die Einhaltung dieser Grundsätze trete Krug mit Überzeugung und Konsequenz gerne ein.