… aber weiterhin bleibt in Sachen ÖPNV viel zu tun – Livestream des SPD-Landratskandidaten Karsten Krug zum Thema Mobilität.

Um die Weiterentwicklung der Mobilität ging es dem SPD-Landratskandidaten Karsten Krug in seinem aktuellen Livestream. Diese bezeichnete er – auch in seiner Eigenschaft als Verkehrsdezernent des Kreises Bergstraße – als ein „seit Jahren wichtiges Themas“. Krug betonte zunächst die große Beteiligung der Bürger, Fahrgastbeiräte, Städte und Gemeinden in die vor kurzem durch den Kreistag beschlossene Fortschreibung des Nahverkehrsplans einbinden.

Als Mit-Diskutanten hatte sich der Landratskandidat vor den Bildschirm geholt: Lara Strubel, Vorsitzende des Fahrgastbeirats Lampertheim, Peter Rohlfs, Mitglied der Lautertaler Bürgerliste, Petra Brandt vom Behindertenbeirat Lampertheim, Andreas Born, Bensheimer Verkehrsdezernent, und den Wald-Michelbacher ÖPNV-Experten sowie langjährigen Kommunalpolitiker Sven Wingerter.

Krug beleuchtete einleitend den fortgeschriebenen Nahverkehrsplan. Er bezeichnete ihn als „umfangreiche zukunftsorientierte Planung mit konkreten Zielen und Forderungen“. Es gab dabei zwei unterschiedliche Ansätze, erläuterte er: einerseits die Aufgabe des ÖPNV im ländlichen Raum als Daseinsvorsorge, um ein Mobilitätsangebot zu unterbreiten zum Beispiel für notwendige Einkäufe oder Arztbesuche in der nächstgelegenen größeren Gemeinde. Andererseits, erklärte er, geht es darum, Angebote auf die Straße und Schiene zu bringen, um die Pendler und möglichst viele Menschen weg vom Individual- in den öffentlichen Nachverkehr zu locken. „Hier gilt es bestehende Angebote zu verdichten und Netzlücken zu schließen“, postulierte der SPD-Landratskandidat. Sein Blick richtet sich dabei auch auf kreisübergreifende Verbindungen, die teilweise schon realisiert sind, „aber noch weiter ausgebaut werden sollen“.

Die Barrierefreiheit darf beim Ausbau der Angebote nicht außer Acht bleiben, forderte Krug. In einigen Bereichen, insbesondere beim Ausbau der Bahnhöfe, „haben wir viel geleistet, aber im ÖPNV steht noch einiges an“. Zur Verkehrs- und Klimawende kann und muss dieser einen ordentlichen Beitrag leisten, sagte er.

Bei vielen jungen Menschen wächst zunehmend das Bewusstsein für den Klimaschutz und die Bereitschaft, auch nach dem Start ins Berufsleben auf ein eigenes Auto zu verzichten, betonte Lara Strubel. Um dies zu erleichtern, muss ihren Worten zufolge der ÖPNV eine echte Alternative darstellen. Durch Angebote wie Leihräder und Carsharing sollte das Thema ganzheitlich betrachtet werden. Daneben gilt es laut Strubel, das Netz auch in den Abendstunden auszubauen.

Peter Rohlfs ist seit Jahren ein engagierter Kommunalpolitiker in Sachen ÖPNV-Verbesserungen. Bei der Mobilität schaut er über die Kreisgrenzen hinweg. Daneben sollte man Rad- und Fußwege zwischen den Ortschaften nicht vergessen, zumal das Land Hessen dafür ein Förderprogramm aufgestellt hat.

Petra Brandt forderte: „Behinderte müssen ohne fremde Hilfe den ÖPNV benutzen können.“ Das steht schon in Paragraf 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG), ergänzte sie. Bis 2022 muss außerdem „vollständige Barrierefreiheit“ angeboten werden. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Deshalb ist ihrer Meinung nach im Kreis Bergstraße noch einiges zu tun.

Andreas Born sah in den vergangenen fünf Jahren eine wesentliche Verbesserung der Mobilität in Bensheim. „Die ist auf die Ausschreibung des neuen Linienbündels zurückzuführen“, sagte er. Damit verbunden war eine bessere Routenführung und Taktung sowohl beim Bus als auch bei den Ruftaxis. Damit darf aber für ihn nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein. „Es muss weitergehen mit neuen Linien oder auch neuen Ruftaxi-Konzepten.“

Sven Wingerter, Mitglied der Verbandsversammlung im VRN, bezeichnete ein gutes ÖPNV-Angebot als eine „zentrale soziale Frage“. Die Mehrheit aller Bürger ist zumindest zeitweise im Laufe ihres Lebens darauf angewiesen, meinte er. Um gleiche Lebensverhältnisse, gleiche Teilhabechancen am gesellschaftlichen Leben sicherzustellen, „braucht es ein flächendeckendes Angebot“.

Wenn Klimaschutz erfolgreich sein soll, muss die Mobilitätswende ein integraler Bestandteil der Energiewende sein, so Wingerter. Ob sie gelingt oder nicht, entscheidet sich auf dem Land bzw. in Flächenkreisen wie dem Kreis Bergstraße, so seine Aussage. „Bei uns ist der Anteil des motorisierten Individualverkehrs überdurchschnittlich hoch.“ Diese Anteile zu verändern ist die zentrale Herausforderung, forderte der SPD-Politiker. Der neue Nahverkehrsplan „bringt uns hier gewaltig nach vorne“, erkannte er.