SPD-Landratskandidat hatte auf Probleme des geplanten Verbots aufmerksam gemacht – Appell an Sportler, Hygieneregeln zu beachten.

SPD-Landratskandidat Karsten Krug begrüßt die Klarstellung und Korrektur des Landrats in Sachen Kontaktsport-Verbot im Kreis Bergstraße. Vergangenen Sonntag wurde nämlich zunächst kommuniziert, dass sämtlicher Kontaktsport im Kreis, somit auch Fuß- oder Handball, verboten werden soll. Das führte bei den Vereinen zu großer Betroffenheit aufgrund der erneut drohenden Rundenunterbrechung wie schon im Frühjahr. Eine Rolle rückwärts gab es dann einen Tag später.

Es folgte vom Landratsamt die Präzisierung, dass Vereinssport in Verbindung mit Wettkämpfen weiter ausgeübt werden darf, erläutert Krug. Er sieht sich dadurch in seiner Argumentation bestätigt. Denn der Groß-Rohrheimer hatte bereits am Morgen nach Bekanntgabe der ersten Entscheidung in seiner Funktion als Kreisbeigeordneter auf die damit verbundenen Probleme aufmerksam gemacht.

Der SPD-Landratskandidat weist darauf hin, dass eine Durchsetzung des Verbots über den Kreis hinaus Folgen für den Betrieb vieler Ligen und Wettkämpfe zur Konsequenz gehabt hätte, „da dann unsere Teams und Sportler ihre Heimspiele nicht mehr hätten ausüben können“. Denn anderswo gibt es diese Regelung nicht – die Kreisvereine wären Leidtragende eines regionalen Verbots-Flickenteppichs geworden.
Einerseits ist es laut Krug richtig, dass die Kreise in Abhängigkeit der Pandemie-Entwicklung Maßnahmen vor Ort zu deren Eindämmung treffen können und müssen. „Dies wird bei uns im Kreis Bergstraße zu Recht auch so beherzigt und maßvoll umgesetzt.“ Allerdings ist für ihn ein sportlicher Lockdown „keine Maßnahme mit kreiseingeschränkter Wirkung“.

Regional und überregional aktive Vereine und Sportler hätten mit dem sofortigen Verzicht auf Ausübung ihrer Wettkämpfe unfreiwillig maßgeblichen Einfluss auf den Spielbetrieb der Ligen genommen – bis hoch zu den Bundesligen. Der SPD-Mann verweist etwa auf mögliche Folgen eines Verbots von Trainings- und Wettkampfbetrieb „bei unseren Flames“, der Bensheimer Handball-Bundesligamannschaft. Seine Befürchtung: die Einstellung des kompletten Betriebs der einzelnen Ligen oder gegebenenfalls der Rückzug einzelner Mannschaften aus dem Kreis Bergstraße aus der jeweiligen Liga.

Ein sportlicher Lockdown, betont Krug, „kann somit nur auf Landes- oder sogar nur auf Bundesebene verhängt werden“, da die Verflechtungen im Sport doch größer und weitgehender sind als Kreisgrenzen. „Dies ist mir als langjährig aktiver Sportler in verschiedenen Sportarten bis hin zur Oberliga und Teilnahmen an deutschen Meisterschaften sehr bewusst“, hebt der SPD-Landratskandidat hervor. Insofern ist die gestern vorgenommene Klarstellung „aus meiner Sicht absolut nachvollziehbar, logisch und richtig“.

Andererseits, ergänzt der Landratskandidat, ist aber auch die Notwendigkeit nachvollziehbar, aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen im Kreis und wiederholten Fällen im Kontaktsport vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Deshalb richtet sich sein Appell an alle aktiven Kontaktsportler, ihren Sport gemäß den Hygienekonzepten auszuüben und insbesondere davor und danach auf die Einhaltung der Hygieneregeln zu achten. Krug appelliert an die Freizeitsportler ohne Wettkampfbezug, das Verbot zu akzeptieren. „Nur so lassen sich weitere Maßnahmen im sportlichen Bereich vermeiden“, ist seine Hoffnung.

Als Konsequenz bedeutet dies aber auch für den SPD-Landratskandidaten selbst, dass die von ihm bereits mit vielen Tischtennisvereinen im Kreis Bergstraße vereinbarten „Duelle“ an der grünen Platte nun erst einmal nicht stattfinden können. „Das bedauere ich sehr“, ergänzt er, aber im Moment heißt die Devise vorsichtig sein. Die Partien werden vorerst auf 2021 verschoben – in der Hoffnung, dass sie dann relativ früh im Jahr stattfinden können.