Landratskandidat Karsten Krug sieht dadurch in der Coronakrise Chance auf Stärkung des Einzelhandels und Sicherung vieler Arbeitsplätze.

Gemeinsam mit SPD-Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und Bürgermeister Matthias Baaß besuchte Landratskandidat Karsten Krug das Rhein-Neckar-Zentrum (RNZ) in Viernheim. Die drei SPD-Politiker trafen sich mit dem neuen Geschäftsführer des Rhein-Neckar-Zentrums, Dani Marquardt, um sich über die aktuelle Situation des Handels insbesondere in der Corona-Pandemie auszutauschen. Durch die zweite Corona-Welle „droht ein drastisches Sinken der Umsätze im Einzelhandel“, befürchten die SPD-Vertreter.

Marquardt, der seit Juli das RNZ leitet, berichtete, dass man durch die Pandemie das Planziel für das Jahr 2020 nicht einhalten kann. „Dennoch können einige unserer Mieter in den letzten Tagen wieder gestiegene Umsätze verbuchen“, freute er sich. „Als Bundesregierung tun wir alles, um die wirtschaftliche Existenz der Menschen in der Coronakrise zu sichern“, erklärte Lambrecht. Mit dem aus ihrem Hause stammenden „Kündigungsmoratorium“ schützt man Mieter von Wohn- und Gewerbeimmobilien vor Kündigungen. „So erhalten wir Strukturen für die Zeit danach“, so Lambrecht.

Durch die Corona-Pandemie hat sich das Kaufverhalten der Besucher verändert, erläuterte Marquardt. Mit neuen Konzepten möchte man die Attraktivität des RNZ, die über die Grenzen des Kreises Bergstraße reicht, weiter steigern – „Entertainment“ und „Digitale Mall“ sind die Ideen der Zukunft vor Ort. Bürgermeister Baaß hob den wichtigen Standort des Centers hervor und erinnerte an die Anfänge: „1972 hatte man einen großen Weitblick.“ Das Rhein-Neckar-Zentrum bietet Besuchern in über 100 Fachgeschäften die Möglichkeit, ihre Erledigungen nach dem Motto „Alles unter einem Dach“ zu tätigen. Im größten Shoppingcenter in der Metropolregion Rhein-Neckar sind über 1200 Mitarbeiter beschäftigt.

Landratskandidat Karsten Krug befürwortet die Öffnung des Einzelhandels an einzelnen Sonntagen in der Vorweihnachtszeit. „Es geht meiner Ansicht nach hierbei nicht um Profitmaximierung der Unternehmer, sondern schlichtweg um die Existenz vieler Einzelhändler“, betonte er. Zuständig für eine Änderung der gesetzlichen Vorgaben ist allerdings das Land, weiß der SPD-Landratskandidat. Er appellierte daher an die Landesregierung, vor dem Hintergrund der Pandemie zur Stärkung des Einzelhandels und Sicherung vieler Arbeitsplätze die Geschäftsöffnungen an einzelnen Sonntagen zu ermöglichen. Er nahm mit seiner Forderung Bezug auch auf mehrere bereits geführte Gespräche mit Einzelhändlern aus der Region, die eine solche Öffnung begrüßen. Auch von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kam kürzlich diese Forderung, ergänzte Krug.

Hinsichtlich der aktuellen Entwicklung der Pandemie hofft Krug, dass die Geschäfte in der Vorweihnachtszeit überhaupt noch öffnen können und es keinen zweiten harten Lockdown gibt. „Mit der Öffnung an Sonntagen wird es eine Entzerrung des Publikumsverkehrs und damit auch eine Reduzierung von Kontakten geben können“, verweist der Landratskandidat auf positive Auswirkungen von erweiterten Öffnungszeiten in der Pandemie.

Bevor in der Vorweihnachtszeit noch mehr Pakete über Amazon und andere Internet-Dienstleister im Kreis zugestellt werden, soll seiner Ansicht nach das Thema „Heimatshoppen“ auch mit den von ihm geforderten Sonntagsöffnungen weiter unterstützt werden. Als Gewerkschafts-Mitglied, so Krug, „bin ich kein Freund davon, dass sonntägliche Öffnungszeiten grundsätzlich möglich werden“. Aber in diesem speziellen Fall ist die Öffnung seiner Ansicht auch im Sinne der vielen Arbeitnehmer, „bevor der Verlust des Arbeitsplatzes droht“.

Eine aktive Wirtschaftsförderung mit kurzen Wegen zu den Akteuren „wird bei mir als Landrat Chefsache sein“, sagte der SPD-Kandidat. Ein regelmäßiger Austausch mit den Unternehmen, aber auch unter den Unternehmen selbst, ist für ihn grundsätzlich wichtig.