SPD-Landratskandidat Karsten Krug übt scharfe Kritik am Impfmanagement – Geduld der Menschen ist endlich.

Das Impfmanagement des Bundes und insbesondere des Landes „ist mangelhaft und verunsichert die Bürger mehr, als dass sie unterstützt werden“, kritisiert der SPD-Landratskandidat Karsten Krug. Aktuell gibt es seinen Worten nach „viel zu viele offene Fragen“. Dass zu wenige Impfdosen bestellt wurden, ist für ihn „eine Klatsche ins Gesicht der Bundesregierung, die hier versucht, Verantwortung abzudrücken“.

Die Belastung aus dem Lockdown wird für die Wirtschaft und bestimmte andere Bereiche des öffentlichen Lebens immer größer, so Krug. Es drohen seinen Worten zufolge viele Insolvenzen und geschlossene Betriebe sowie damit der Wegfall von zahlreichen Arbeitsplätzen. Gleichzeitig, führt er an, wird die Belastung für Familien und allein Erziehende immer größer, je länger die Schulen und Kitas nicht im Normalbetrieb geöffnet haben. Dazu kommt noch die gesundheitliche Frage: Viele Leben könnten gerettet werden, je schneller die Menschen geimpft werden können. Krug wertet es grundsätzlich positiv, „dass wir überhaupt schon zugelassene Impfstoffe zur Verfügung haben“. Das hätte vor sechs Monaten kaum jemand erwartet. Die Virus-Mutationen sorgen seiner Meinung nach aber dafür, „dass wir schnellstmöglich die Herdenimmunität über Impfungen erreichen müssen“. Dies könnte das Ende des Lockdowns beschleunigen.

Der Landratskandidat legt den Finger in die Organisations-Wunde: Über 80-Jährige werden angeschrieben und aufgefordert, Termine über Internetplattformen zu vereinbaren, erklärt er. Doch die funktionieren dann nicht. Als i-Tüpfelchen obendrauf gibt es ständig besetzte Hotlines. „Das ist die Servicewüste Deutschland, so sieht Digitalisierung aktuell bei uns aus“, sagt Krug resigniert. Gemeinsame Impftermine von Familienangehörigen scheinen nicht möglich zu sein, so seine Kritik. „Kann etwa der 82-jährige Ehemann jetzt und seine 79-jährige Ehefrau erst einige Wochen oder Monate später geimpft werden?“, ist seine Frage. Es wäre doch viel sinnvoller, doch beiden gleichzeitig das Vakzin zu verabreichen, appelliert er an den gesunden Menschenverstand, auch um unnötige Fahrten zu vermeiden. Der Landratskandidat erwähnt weitere offene Fragen: Etwa, ob Bürger nicht das nächstgelegene Impfzentrum unabhängig von Kreis- oder Ländergrenzen aufsuchen können. Ihn treibt daneben die Frage um, wie nicht mobile Bürger ohne Erstattungsanspruch für Krankenfahrten ins Impfzentrum kommen? Krugs Anregung: „Können wir nicht ein kommunal übergreifendes Impftaxi initiieren, um auch den gebeutelten Unternehmen unter die Arme zu greifen?“

Bürgermeister, Kommunalverwaltungen und auch der Kreis werden seit Tagen mit Infobedarf zu diesen Themen bombardiert, weiß er. Sie können jedoch nicht die vielen, zurecht gestellten Fragen beantworten. „Also bleibt nur Geduld zu haben“, meint er. Aber: „Geduld ist auch endlich“, betont der SPD-Landratskandidat. „Erst recht nach immer wieder erfolgten Verlängerungen des Lockdowns und Vertröstungen auf nachvollziehbare und endgültige Antworten.“

Krugs Hoffnung: Dass die vielen Fragen beantwortet sind und die Terminvergabe funktioniert, bis das Impfzentrum in Bensheim voll durchstartet. Er äußert jedoch angesichts der aktuell schleppenden Impf-Umsetzung die Befürchtung, dass mehr als 1000 Impfungen am Tag in Bensheim bis auf weiteres „nur eine Zielgröße“ sein dürften.