SPD-Landratskandidat Karsten Krug fordert im Kreis die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft für diesen Bereich.

SPD-Landratskandidat Karsten Krug fordert die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft (gGmbH) für die Abwicklung der Schulkindbetreuung im Kreis Bergstraße. Ziel ist hierbei auch die Entwicklung eines neuen und einheitlichen, aber auch flexiblen Betreuungsmodells. Aktuell, so Krug, gibt es viele unterschiedliche Betreuungsmodelle. Darüber hinaus existieren differenzierte Elterngebührenmodelle und die Angebote werden von einer großen Anzahl an Trägern wahrgenommen. Diese Vielfalt führt seiner Erfahrung nach oftmals zu Verwirrung und Nachfragen, aber auch zu Missverständnissen.

Einerseits sieht der Landratskandidat Karsten Krug zwar Vorteile in der bisherigen Lösung: nämlich dass es verschiedene Auswahlmöglichkeiten gibt. Andererseits ist genau dies seinen Worten zufolge auch unübersichtlich „und führt vor Ort immer wieder zu größeren Diskussionen in der Schulgemeinde“. In diesen geht es darum, welches Modell von Schule und Eltern präferiert wird, und welche Auswirkungen es auf flexible Abholzeiten und Gebühren hat. Weiter gibt es laut Krug Unterschiede, wer bei der Schulkindbetreuung inhaltlich „den Hut aufhat“ in Abhängigkeit des gewählten Betreuungsmodells: ob dies der Träger oder eher die Schule ist.

Wie der SPD-Mann erläutert, ist die Abwicklung der Schulkindbetreuung aktuell beim Eigenbetrieb Schule in der Gebäudewirtschaft des Kreises Bergstraße angesiedelt. Hier sind für den Betrieb der Schule und der Schulkindbetreuung auch Service- und Honorarkräfte eingestellt. Die Corona-Pandemie hat Krug zufolge gezeigt, dass viel Kommunikation und Abstimmung zwischen Kreis, den Betreuungs-Trägern, den Eltern und der Schule selbst notwendig ist.

„Als Landrat möchte ich dafür sorgen, dass das Thema Schulkindbetreuung aus der jetzigen Struktur herausgenommen und in eine neue gemeinnützige GmbH ausgelagert wird“, betont der SPD-Landratskandidat. In dieser soll es dann mit eigenem Personal betreut und abgewickelt werden.

Krug nennt als Vorteil zentrale Ansprechpartner für einzelne Regionen im Kreis, „sodass alle Beteiligten kurze Wege haben und die Kommunikationskanäle optimiert werden“. Positiv wertet er, dass die gGmbH selbst bei Bedarf Betreuungsangebote offerieren und pädagogisches Personal einstellen kann, wo ggfls. keine Trägermodelle gewünscht werden.

In seinen Gesprächen mit Trägern und Elternvertretungen zeigte sich, so schildert der SPD-Landratskandidat, „dass wir uns im Kreis mittel- und langfristig im Bereich der Schulkindbetreuung neu aufstellen sollten“. Dieses Thema möchte er als Landrat anpacken, denn die Bildung ist für ihn ein zentrales Thema. Wichtig ist es Krug, das Modell den Beteiligten nicht überzustülpen, sondern gemeinsam zu besprechen und zu entwickeln.

Mit der Gründung einer gGmbH soll keine unmittelbare Konkurrenz für die bestehenden und hervorragenden Anbieter von Schulkindbetreuungen im Kreis aufgebaut werden. Im Gegenteil, kann hier die Zusammenarbeit noch optimiert werden. Es müssen vor der Ausgestaltung eines neuen Angebotes zwingend die Bedarfe der Eltern und Kinder neu geprüft und überdacht werden. Schulkindbetreuung muss sich den Gegebenheiten anpassen und nicht die Familien den Angeboten.

Für den Kreis Bergstraße ist das zwar Neuland, aber wie es gelingen kann, zeigt dem SPD-Kandidaten zufolge der Hochtaunuskreis. Dort wurde bereits vor vielen Jahren eine solche gemeinnützige Gesellschaft gegründet. Es gibt, erläutert Krug, ein einheitliches Betreuungsmodell mit kreisweit identischen Elterngebühren. Darüber hinaus existieren flexible Betreuungszeiten – vom Komplettpaket bis hin zur Variante, dass Plätze nur tageweise in Anspruch genommen werden können.

Die SPD-Kreisbeigeordnete des Hochtaunuskreises, Katrin Hechler, bestätigte im Gespräch mit Krug die positive Entwicklung durch die Ausgliederung der Schulkindbetreuung in eine gGmbH. Das einheitliche, aber flexible Modell wird dort sehr gut angenommen, bekräftigte die aus Zwingenberg stammende Fachfrau. Hechler ist gerne bereit, das Modell bei einer Veranstaltung im Kreis Bergstraße vorzustellen, sagte sie gegenüber dem SPD-Landratskandidaten.

Zum Foto: Landratskandidat Karsten Krug informiert sich bei Sozialdezernentin Katrin Hechler aus dem Hochtaunuskreis über die dortige gGmbH zum Thema Schulkindbetreuung.